Wichteln · Übersicht
Wichteln: Regeln, Ideen und alle Varianten
Beim Wichteln zieht jeder in der Gruppe geheim eine andere Person und beschenkt sie — mit einem Budget, das vorher für alle gleich vereinbart wird. Wer wen gezogen hat, bleibt bis zur Bescherung geheim.

Wichteln in einem Satz
Wichteln ist ein Geschenketausch, bei dem jeder genau eine Person beschenkt — und vorher nicht weiß, von wem er selbst etwas bekommt.
Der Brauch heißt in Norddeutschland und Skandinavien Julklapp, im englischsprachigen Raum Secret Santa, in Portugal amigo secreto. Gemeint ist überall dasselbe.
Nicht zu verwechseln mit der Wichteltür: Dabei zieht im Dezember ein unsichtbarer Wichtel hinter einer kleinen Tür ein und hinterlässt Kindern Briefe und Streiche. Das ist ein eigener Brauch und hat mit dem Geschenketausch nichts zu tun.
So läuft es ab
- Die Runde festlegen
Alle, die mitmachen, kommen in einen Topf — ab drei Personen funktioniert es.
Vorher fragen, nicht einfach eintragen. Wer nicht mitmachen will, soll das sagen können, bevor die Auslosung läuft.
- Budget vereinbaren
Üblich sind 5 bis 20 Euro, und der Betrag gilt für alle gleich.
Eine Ober- und eine Untergrenze nennen. „Etwa 10 Euro“ wird sonst von einem mit 4 und von einem anderen mit 25 Euro ausgelegt.
- Auslosen
Jeder zieht eine andere Person, niemand sich selbst.
Beim Ziehen aus dem Hut passiert genau das ständig — und wer neu zieht, weiß danach mehr als die anderen. Online ist es in zehn Sekunden erledigt und die Zuordnung ist sauber.
- Geschenk besorgen
Passend zum Budget und, wenn es eine gibt, zur Wunschliste.
Wunschlisten nehmen der Überraschung weniger, als man denkt — sie verhindern vor allem das dritte Duschgel.
- Bescherung
Am vereinbarten Termin werden die Geschenke übergeben.
Vorher klären, ob einzeln und nacheinander ausgepackt wird oder alle gleichzeitig. Nacheinander dauert länger, ist aber der schönere Teil des Abends.
Welche Variante passt uns?
Zehn Varianten sind viel. Drei Fragen genügen, um die passende zu finden.
Weil das gezielte Geschenk für eine bestimmte Person die persönlichste Variante ist.
Passt nicht, wenn die Runde sich kaum kennt — dann wird aus „gezielt“ schnell ein Gutschein.
Alle Varianten im Vergleich
| Variante | Aufwand | Gruppe | Kosten | Stimmung | Mehr dazu |
|---|---|---|---|---|---|
| Klassisch | mittel | ab 3 | Budget | persönlich | Grundregeln |
| Schrottwichteln | gering | 4–20 | keine | albern | Schrottwichteln |
| Würfelwichteln | gering | 6–25 | Budget oder keine | laut, lustig | Mit Würfeln |
| Räuberwichteln | gering | 5–15 | Budget | schadenfroh | Mit Würfeln |
| Zufalls-/Blindwichteln | gering | ab 4 | Budget | entspannt | Ideen |
| Gedichtwichteln | hoch | 4–12 | Budget | herzlich | Ideen |
| Aufgabenwichteln | mittel | 4–15 | keine | überraschend | Ideen |
| Horrorwichteln | gering | 5–15 | klein | schräg | Ideen |
| Adventswichteln | gering | Schulklasse | klein | ruhig | Vorlagen |
| Geburtstagswichteln | mittel | genau 12 | Budget | ganzjährig | Ideen |
Die Grundregeln
- Das Budget gilt für alle gleich — Sonst entsteht genau die Schieflage, die Wichteln vermeiden soll: Wer 30 Euro auspackt und selbst 8 ausgegeben hat, fühlt sich unwohl. Eine Ober- und eine Untergrenze nennen.
- Niemand verrät, wen er gezogen hat — Das ist die ganze Mechanik. Wird es vorher ausgeplaudert, ist es ein normaler Geschenketausch.
- Sich selbst ziehen ist ausgeschlossen — Beim Ziehen aus dem Hut muss dafür neu gemischt werden — und wer zweimal zieht, weiß danach mehr als die anderen. Ein Auslos-Werkzeug löst das technisch.
- Termin, Ort und Uhrzeit stehen vorher fest — Der häufigste Grund, warum eine Runde auseinanderfällt, ist nicht das Geschenk, sondern ein Termin, den drei Leute anders verstanden haben.
- Wunschlisten sind erlaubt — Zwei oder drei Stichworte genügen — Kaffee, Krimis, keine Kerzen. Das nimmt der Überraschung kaum etwas und verhindert das vierte Duschgel.
- Wenn jemand ausfällt, wird nachgezogen — Bei kleinen Runden neu auslosen. Bei größeren übernimmt eine Person das verwaiste Wichtelkind zusätzlich, statt alles umzuwerfen.
- Auspacken gemeinsam oder einzeln — aber vorher geklärt — Einzeln und nacheinander dauert bei zwölf Leuten eine Dreiviertelstunde. Genau die ist meist der schönste Teil.
Wie viel Geld?
Üblich sind 5 bis 20 Euro. Am häufigsten wird sich auf 10 bis 15 Euro geeinigt.
10 Euro
Ein Buch aus dem Angebot, gutes Gewürz, eine Pflanze, ein Spiel für zwei. Hier fängt das gezielte Geschenk an.
Darunter landet man schnell bei Krimskrams, der nach zwei Wochen in der Schublade liegt. Darüber wird es für die unangenehm, die knapp bei Kasse sind — und die sagen das selten. Zehn Euro mit zwei Stichworten pro Person trifft in der Praxis am besten.

Im Büro liegen die Einkommen oft weit auseinander. Dann eher 5 bis 10 Euro ansetzen — mehr dazu unter Wichtelgeschenke für Kollegen. Konkrete Ideen nach Budget stehen unter Wichtelgeschenke.
Ab wie vielen Personen
Technisch geht es ab drei Personen. Gut wird es ab fünf, der Sweet Spot liegt bei sechs bis zwölf.
Ehrlich gesagt: Bei drei oder vier Personen funktioniert die Geheimhaltung nicht wirklich. Jeder rechnet sich in zwei Schritten zusammen, wer wen hat. Es ist dann trotzdem ein schöner Anlass — nur die Überraschung sollte man nicht erwarten.
Über fünfzehn Personen wird das Besorgen unübersichtlich und die Bescherung zieht sich. Dann in Kleingruppen aufteilen oder auf Würfelwichteln umsteigen, weil dort alle gleichzeitig beschäftigt sind.
Julklapp: woher der Brauch kommt
Der Ursprung liegt in Schweden. Dort heißt der Brauch Julklapp — „Weihnachtsgeschenk“ — und derselbe Name hat sich im Norddeutschen gehalten.
Der Wichtel selbst ist älter als der Geschenketausch. In der nordischen Überlieferung ist er ein kleines, menschenähnliches Wesen, das versteckt in den Häusern der Menschen lebt und ihnen heimlich Gutes tut. Von ihm kommt der Name.
Ursprünglich wurde das Geschenk auch so übergeben: heimlich zugesteckt, irgendwann in der Adventszeit, ohne dass der Beschenkte erfuhr, von wem. Erst später wanderte die Übergabe auf die Feier — und aus dem heimlichen Zustecken wurde die Auslosung, die wir heute kennen.

Jetzt auslosen
Wichtelpartner in zehn Sekunden auslosen — im Browser, ohne Anmeldung, ohne E-Mail-Adressen. Die Zuordnung bildet einen geschlossenen Kreis: Jeder beschenkt genau eine Person, niemand zieht sich selbst, und es kann auch keine gegenseitigen Paare geben, bei denen die Überraschung für beide weg ist.
Häufige Fragen
Kann sich beim Wichteln jemand selbst ziehen?
Beim Ziehen aus dem Hut ja — das ist der häufigste Fehler. Dann muss neu gemischt werden. Ein Auslos-Werkzeug schließt es technisch aus.
Wie lose ich aus, ohne dass sich Paare gegenseitig ziehen?
Beim Zettelziehen gar nicht sauber. Digital lässt sich festlegen, wer wen nicht ziehen darf — praktisch bei Ehepaaren in Familienrunden und bei Teams im Büro.
Wie viel Geld ist beim Wichteln üblich?
5 bis 20 Euro, am häufigsten 10 bis 15. In Schulklassen meist 5 Euro als Obergrenze.
Was, wenn jemand krank wird?
Bei kleinen Runden neu auslosen. Bei größeren übernimmt jemand das verwaiste Wichtelkind zusätzlich.
Muss man mitmachen?
Nein. Wer nicht will, sagt es vor der Auslosung — danach fehlt sonst ein Geschenk in der Kette.
Ab welchem Alter funktioniert Wichteln mit Kindern?
Ab etwa sechs Jahren, wenn ein Geheimnis für zwei Wochen haltbar ist. Für Kindergartengruppen ist Adventswichteln der einfachere Weg.
Was ist der Unterschied zu Secret Santa?
Keiner. Secret Santa ist der englische Name für denselben Brauch.
Was ist der Unterschied zur Wichteltür?
Die Wichteltür ist ein Adventsbrauch für Kinder: Hinter einer kleinen Tür wohnt ein Wichtel, der Briefe und kleine Streiche hinterlässt. Mit dem Geschenketausch hat sie nichts zu tun.
